Nachlese zum BeziehungsRaumEreignis 2018

„‘Wir’ entscheidet: Das Individuum als Symptom der Gruppe“

Das BeziehungsRaumEreignis 2018 basierte auf einem eigens dafür konzipierten Planspiel, in dem alle Teilnehmer unserer Akademie der Jahre 1-4, sowie der Fortgeschrittenenkurse und externe Gäste ins Spuhringerbergland entführt wurden.

In 6 Kleingruppen machten sich die Teilnehmer an die paradoxe Aufgabe, sich sowohl der eigenen, als auch der Interessen der Gesamtgruppe zu widmen, um somit eine „Win/Win“ Lösung einfallen zu lassen. Dabei hatten sie die Möglichkeit mit Unterstützung des In Stability Teams ihre eigenen Gruppendynamiken live mitzuerleben, und zwar innerhalb der Kleingruppe, zwischen den Kleingruppen, auf Großgruppen-Ebene und auch in Beziehung zum In Stability Team.

Das Design des BRE 2018 war angelehnt an das Prinzip, dass das menschliche Dasein auch ein unlösbares Paradox ist; um genauer zu sein ist die Spannung unlöslich zwischen den Wünschen völlig unabhängig von der Gruppe sein zu wollen und sich ihr gleichzeitig völlig hingeben zu wollen– man kann sie eben nur halten. Genau dieses Innehalten der Spannung war Kern des Erlebnisteils des BRE. Mit Achterbahnfahrten und allem.

Im Folgenden finden Sie Impressionen der Veranstaltung.

 

  • Begrüßung und Auftakt: ‚Wir‘ entscheidet
    (Michael Korpiun, Martin Thiele und Nadine Tchelebi)

    Zum Auftakt begrüßten Michael Korpiun, Martin Thiele und Nadine Tchelebi die Teilnehmer zum ersten Mal in den neuen Räumlichkeiten von GastFreundSchafft (www.gastfreundschafft.de), wo sie den Leitfaden und das konzeptionelle Denken hinter dem BRE 2018 teilten.

  • Theorie-Workshops: Worum es ging

    Die Theorie-Workshops dienten dazu, den Teilnehmern eine zusätzliche Perspektive basierend auf Einsichten aus der Britischen System-Psychodynamik anzubieten, die komplementär zur TA die Exploration des nachfolgenden Planspiels auf Gruppenebene vorbereitete. 

    Powerpoint-Folien zum Theorie-Input

  • Das Planspiel: Willkommen im Spuhringerbergland

    Der Kern des BRE war ein Planspiel, das von den Theorie-Workshops eingeführt und in den anschließenden Debriefing-Workshops nachreflektiert wurde. Somit umfasste das BRE 3 Bausteine: Theorie, Erlebnis und Anwendung, um das Lernen als Ganzkörpererfahrung (Damasio, 1994) zu begreifen.

    Die Geschehnisse im Spuhringerbergland beruhten auf einer wahren Begebenheit, in der 6 verschiedene Interessengruppen sich in einer abhängigen Beziehung miteinander erlebten, da sie sich gegenseitig zur Zielerreichung brauchten – dies konnte aber schnell in Vergessenheit geraten, da jede Gruppe auch ihre eigenen Interessen verfolgte. Somit war es leicht, ein geschlossenes System zu werden, dass sich in sich selbst schlüssig anfühlte; bis man bei den Regionsversammlungen des Spuhringerberglandes daran erinnert wurde, dass völlige Unabhängigkeit eine Illusion ist.

    Abhängigkeit ist ein ständiges Ringen, Gewinnen und Verlieren, ein sich Trennen, um sich dann Wiederzufinden, Ausweichen und Konfrontieren, und letztendlich, authentischer Kontakt.

  • Debriefing-Workshops: Und was hat das alles zu bedeuten?

    Während der Debriefing-Workshops wurde der Bogen gespannt zwischen den Erlebnissen des Plaspiels und ihrer Bedeutung für den organisationalen Alltag, denn auch hier findet ein ständiges Wechselspiel von Zusammenkommen und Auseinander driften statt, getrieben von dem paradoxen Wunsch völlig unabhängig und zugleich völlig zugehörig zu sein. Es scheint eine bedeutende Dynamik des Lebens zu sein; kein Wunder, dass man sie so oft auch in Organisationen antrifft.

  • Auch in den Pausen gab es reichlich Austausch und Aktionen…

Für diejenigen, die für sich die Themen des BeziehungsRaumEreignisses gern weiter vertiefen möchten, hier unsere Literaturempfehlungen: